Jura-Definitionen
65 Definitionen fuer dein Examen
Abstraktionsprinzip
ZivilrechtDas Abstraktionsprinzip besagt, dass das Verfügungsgeschäft (dingliches Geschäft) in seinem Bestand unabhängig von der Wirksamkeit des zugrunde liegenden Verpflichtungsgeschäfts (s...
Analogie
grundlagenUebertragung einer Rechtsnorm auf einen vergleichbaren, nicht geregelten Sachverhalt.
MethodenlehreAnfechtung
ZivilrechtDie Anfechtung ist ein einseitiges Rechtsgeschäft, durch das eine mit einem Willensmangel behaftete Willenserklärung rückwirkend vernichtet wird (ex tunc, § 142 I BGB). Anfechtungs...
§§ 119, 120, 123, 142 BGBAngebot
ZivilrechtEin Angebot (Antrag) ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung, die alle wesentlichen Vertragsbestandteile (essentialia negotii) enthält und durch die der Erklärende den Vertrag...
§ 145 BGBAnnahme
ZivilrechtDie Annahme ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung, durch die der Empfänger eines Angebots sein vorbehaltloses Einverständnis mit dem angebotenen Vertragsschluss erklärt. Sie...
§ 147 BGBAnspruch
zivilrechtDas Recht, von einem anderen ein Tun oder Unterlassen zu verlangen.
Paragraph 194 I BGBAnspruch
ZivilrechtEin Anspruch ist das Recht, von einem anderen ein Tun oder Unterlassen zu verlangen (§ 194 I BGB). Er ist die zentrale Figur des zivilrechtlichen Gutachtens. Man unterscheidet vert...
§ 194 I BGBBereicherungsrecht
zivilrechtAnspruch auf Herausgabe einer Bereicherung, die ohne Rechtsgrund erlangt wurde.
Paragraphen 812 ff. BGBBereicherungsrecht
ZivilrechtDas Bereicherungsrecht (§§ 812 ff. BGB) regelt die Rückabwicklung ungerechtfertigter Vermögensverschiebungen. Wer durch die Leistung eines anderen oder in sonstiger Weise auf desse...
§ 812 I BGBBesitz
zivilrechtTatsaechliche Sachherrschaft ueber eine Sache.
Paragraph 854 BGBBesitz
ZivilrechtBesitz ist die tatsächliche Sachherrschaft einer Person über eine Sache (§ 854 I BGB). Anders als das Eigentum ist der Besitz keine rechtliche, sondern eine rein tatsächliche Zuord...
§ 854 BGBDeliktische Haftung
ZivilrechtDie deliktische Haftung nach § 823 I BGB verpflichtet denjenigen zum Schadensersatz, der vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigent...
§ 823 I BGBDemokratieprinzip
oefrechtAlle Staatsgewalt geht vom Volke aus und wird durch Wahlen und Abstimmungen ausgeubt.
Art. 20 I, II GGEigentum
zivilrechtUmfassendstes dingliches Recht an einer Sache.
Paragraph 903 BGBEigentum
ZivilrechtEigentum ist das umfassendste dingliche Recht an einer Sache. Der Eigentümer kann mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen, soweit nicht d...
§ 903 BGBEinrede
ZivilrechtEine Einrede ist ein Gegenrecht des Schuldners, das ihm erlaubt, die Leistung trotz bestehenden Anspruchs dauerhaft oder vorübergehend zu verweigern. Im Gegensatz zur Einwendung mu...
§§ 214, 273, 320 BGBEinwendung
ZivilrechtEine Einwendung ist ein Umstand, der einen Anspruch von Anfang an hindert (rechtshindernde Einwendung) oder nachträglich vernichtet (rechtsvernichtende Einwendung). Im Gegensatz zu...
Ermessen
oefrechtBehoerdlicher Entscheidungsspielraum bei der Rechtsfolge.
Paragraph 40 VwVfGFahrlaessigkeit
strafrechtAussserachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt bei Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit.
Paragraph 276 II BGB / Paragraph 15 StGBFahrlässigkeit
ZivilrechtFahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt (§ 276 II BGB). Im Strafrecht wird zwischen bewusster Fahrlässigkeit (Gefahr erkannt, aber auf Ausble...
§ 276 II BGBGarantenstellung
strafrechtPflicht, den Eintritt eines tatbestandlichen Erfolges zu verhindern.
Paragraph 13 StGBGeschaeftsfaehigkeit
zivilrechtFaehigkeit, Rechtsgeschaefte selbstaendig und wirksam vorzunehmen.
Paragraphen 104 ff. BGBGeschäftsfähigkeit
ZivilrechtGeschäftsfähigkeit ist die Fähigkeit, Rechtsgeschäfte selbständig und wirksam vorzunehmen. Voll geschäftsfähig sind Personen ab Vollendung des 18. Lebensjahres. Geschäftsunfähig si...
§§ 104 ff. BGBGrundrecht
oefrechtSubjektive Rechte des Einzelnen gegenueber dem Staat (Art. 1-19 GG).
Art. 1-19 GGGrundrecht
Öffentliches RechtGrundrechte sind in der Verfassung verankerte subjektive Rechte des Einzelnen gegenüber dem Staat. Sie dienen primär als Abwehrrechte gegen staatliche Eingriffe, entfalten aber auc...
Art. 1-19 GGGutglaeubiger Erwerb
zivilrechtEigentumserwerb vom Nichtberechtigten bei Gutglaeubigkeit des Erwerbers.
Paragraphen 932 ff. BGBGutgläubiger Erwerb
ZivilrechtDer gutgläubige Erwerb ermöglicht den Eigentumserwerb vom Nichtberechtigten, wenn der Erwerber hinsichtlich der Berechtigung des Veräußerers gutgläubig ist. Er setzt Rechtsgeschäft...
§§ 932 ff. BGBKaufvertrag
ZivilrechtDer Kaufvertrag ist ein gegenseitiger, synallagmatischer Vertrag, durch den sich der Verkäufer verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben und das Eigentum daran zu verschaffen...
§ 433 BGBKausalitaet
strafrechtKausal ist eine Handlung, die nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg entfiele.
RichterrechtKausalität
StrafrechtKausalität bezeichnet den ursächlichen Zusammenhang zwischen einer Handlung und einem Erfolg. Nach der Äquivalenztheorie (conditio-sine-qua-non-Formel) ist jede Bedingung kausal, d...
Notwehr
strafrechtVerteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwaertigen rechtswidrigen Angriff abzuwenden.
Paragraph 32 StGBNotwehr
StrafrechtNotwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden. Sie ist ein Rechtfertigungsgrund, der sowo...
§ 32 StGB / § 227 BGBObjektive Zurechnung
strafrechtErfolg ist zurechenbar, wenn Taeter rechtlich relevante Gefahr schuf, die sich im Erfolg realisierte.
Richterrecht (Roxin)Objektive Zurechnung
StrafrechtDie objektive Zurechnung verlangt, dass der Täter eine rechtlich missbilligte Gefahr geschaffen hat, die sich im konkreten Erfolg realisiert hat. Sie grenzt die strafrechtliche Ver...
Rechtfertigender Notstand
StrafrechtDer rechtfertigende Notstand erlaubt es, in eine fremde Rechtsgutposition einzugreifen, um eine gegenwärtige Gefahr für ein anderes Rechtsgut abzuwenden, wenn das geschützte Intere...
§ 34 StGBRechtsfaehigkeit
zivilrechtFaehigkeit, Traeger von Rechten und Pflichten zu sein.
Paragraph 1 BGBRechtsgeschäft
ZivilrechtEin Rechtsgeschäft ist ein Tatbestand, der aus mindestens einer Willenserklärung besteht und an den die Rechtsordnung die von dem oder den Erklärenden gewollte Rechtsfolge knüpft. ...
§§ 104 ff. BGBRechtsstaat
oefrechtBindung aller Staatsgewalt an Gesetz und Recht, Gewaltenteilung, Rechtsschutz.
Art. 20 III, Art. 28 I GGRechtswidrigkeit
StrafrechtRechtswidrigkeit bedeutet den Widerspruch eines Verhaltens zur gesamten Rechtsordnung. Im Zivilrecht wird die Rechtswidrigkeit bei § 823 I BGB durch die Verletzung eines der genann...
Rechtswidrigkeit (Strafrecht)
strafrechtWiderspruch des tatbestandsmaessigen Verhaltens zur Gesamtrechtsordnung.
Paragraphen 32-35 StGBRücktritt vom Versuch
StrafrechtDer Rücktritt vom Versuch (§ 24 StGB) führt zur Straffreiheit, wenn der Täter die weitere Tatausführung freiwillig aufgibt (unbeendeter Versuch) oder die Vollendung freiwillig verh...
§ 24 StGBSchaden
ZivilrechtSchaden ist jede unfreiwillige Einbuße an einem rechtlich geschützten Gut. Nach der Differenzhypothese ist der Schaden die Differenz zwischen der tatsächlichen Vermögenslage und de...
§ 249 BGBSchadensersatz
zivilrechtAusgleich eines Schadens, der den Geschaedigten so stellt, wie er ohne das Ereignis stuende.
Paragraphen 249 ff. BGBSchadensersatz statt der Leistung
ZivilrechtSchadensersatz statt der Leistung ersetzt das Leistungsinteresse des Gläubigers. Er setzt neben den Voraussetzungen des § 280 I BGB eine Pflichtverletzung, eine erfolglose Nachfris...
§§ 280 I, III, 281 BGBSchuld
strafrechtPersoenliche Vorwerfbarkeit des tatbestandsmaessigen und rechtswidrigen Verhaltens.
Paragraphen 17, 19-21, 35 StGBSchuld
StrafrechtSchuld (Vorwerfbarkeit) ist die persönliche Vorwerfbarkeit der rechtswidrigen Tat. Schuldhaft handelt, wer bei Begehung der Tat schuldfähig ist, das Unrecht der Tat einsehen kann (...
§§ 19, 20, 21 StGBSozialstaatsprinzip
oefrechtVerpflichtung des Staates zu sozialem Ausgleich und gerechter Sozialordnung.
Art. 20 I, Art. 28 I GGStellvertretung
zivilrechtAbgabe einer eigenen WE im Namen eines anderen, sodass die Rechtsfolgen beim Vertretenen eintreten.
Paragraphen 164 ff. BGBStellvertretung
ZivilrechtStellvertretung ist das Handeln einer Person (Vertreter) im Namen einer anderen Person (Vertretener), wobei die Rechtsfolgen unmittelbar in der Person des Vertretenen eintreten. Vo...
§§ 164 ff. BGBTäterschaft und Teilnahme
StrafrechtTäterschaft liegt vor, wenn jemand die Tat als eigene will und die Tatherrschaft hat. Teilnahme (Anstiftung, Beihilfe) setzt einen vorsätzlichen Beitrag zu einer fremden vorsätzlic...
§§ 25-27 StGBTrennungsprinzip
zivilrechtVerpflichtungs- und Verfuegungsgeschaeft sind zwei verschiedene Rechtsgeschaefte.
Systematik des BGBTreu und Glauben
zivilrechtVerpflichtung der Parteien, auf berechtigte Interessen des anderen Ruecksicht zu nehmen.
Paragraph 242 BGBUnmittelbares Ansetzen
StrafrechtUnmittelbares Ansetzen zur Tatbestandsverwirklichung liegt vor, wenn der Täter subjektiv die Schwelle zum "Jetzt geht es los" überschreitet und objektiv Handlungen vornimmt, die na...
§ 22 StGBUnmöglichkeit
ZivilrechtUnmöglichkeit liegt vor, wenn die geschuldete Leistung für jedermann (objektive Unmöglichkeit) oder nur für den Schuldner (subjektive Unmöglichkeit) nicht erbracht werden kann. Sie...
§ 275 BGBVerhaeltnismaessigkeit
oefrechtStaatliche Massnahme muss legitimen Zweck verfolgen, geeignet, erforderlich und angemessen sein.
Art. 20 III GGVerhältnismäßigkeit
Öffentliches RechtDer Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verlangt, dass jede staatliche Maßnahme einen legitimen Zweck verfolgt, zur Erreichung dieses Zwecks geeignet, erforderlich und angemessen (ve...
Art. 20 III GGVersuch
strafrechtTaeter setzt unmittelbar zur Tatbestandsverwirklichung an, ohne die Tat zu vollenden.
Paragraphen 22, 23 StGBVertrag
zivilrechtRechtsgeschaeft aus mindestens zwei uebereinstimmenden Willenserklaerungen (Angebot und Annahme).
Paragraphen 145 ff. BGBVertrag
ZivilrechtEin Vertrag ist ein Rechtsgeschäft, das durch zwei übereinstimmende, aufeinander bezogene Willenserklärungen (Angebot und Annahme) zustande kommt. Er begründet ein Schuldverhältnis...
§§ 145 ff. BGBVerwaltungsakt
oefrechtHoheitliche Massnahme einer Behoerde zur Regelung eines Einzelfalls mit Aussenwirkung.
Paragraph 35 S. 1 VwVfGVorsatz
strafrechtWissen und Wollen der Verwirklichung des objektiven Tatbestands.
Paragraph 15 StGBVorsatz
StrafrechtVorsatz ist das Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung. Er umfasst das kognitive Element (Wissen um die Tatumstände) und das voluntative Element (Wollen der Tatbestandsver...
§ 15 StGBWillenserklaerung
zivilrechtKundgabe eines auf die Herbeifuehrung einer Rechtsfolge gerichteten Willens, die objektiv als solche erkennbar ist.
Paragraphen 116 ff. BGBWillenserklärung
ZivilrechtEine Willenserklärung ist eine private Willensäußerung, die auf die Herbeiführung einer Rechtsfolge gerichtet ist. Sie besteht aus einem subjektiven Tatbestand (Handlungswille, Erk...
§§ 116 ff. BGBZugang einer Willenserklärung
ZivilrechtEine empfangsbedürftige Willenserklärung unter Abwesenden wird in dem Zeitpunkt wirksam, in dem sie so in den Machtbereich des Empfängers gelangt, dass unter normalen Umständen mit...
§ 130 I BGB